Projekt-WIKI

WICHTIGER HINWEIS:

Die CIV-Datenbank ermöglicht die systematische und intuitive Suche innerhalb der Wittenberger Universitätsmatrikel. Aufgrund der laufenden Bearbeitung sind die angezeigten Daten eingeschränkt zitierfähig. Bis zum Abschluss der Bearbeitung empfehlen wir daher den Rückgriff auf die Digitalisate der Handschrift oder der älteren Editionen.

Projektwiki

Die online aufrufbare Version der CIV-Datenbank gibt den Stand der laufenden Arbeiten nicht in Echtzeit wieder, sondern wird seit ihrer Onlinestellung zum Reformationstag 2017 circa halbjährig (zuletzt 06/2019) aktualisiert. Die nachfolgende Aufstellung der abgeschlossenen, laufenden und noch ausstehenden Arbeitsschritte im Rahmen des CIV-Projekts wird regelmäßig um den aktuellen Stand der Arbeiten (zuletzt 06/2019) ergänzt.

Update

Das Anfang 06/2019 durchgeführte Update der online abrufbaren Daten der CIV-Datenbank umfasst folgende Neuerungen:

Update der Transkription:

  • Darstellung sämtlicher Marginalien und Kolumnentitel
  • fortgeschrittene editorische Bearbeitung
  • Einarbeitung von ca. 2.500 Berichtigungen der Edition (vgl. Förstemann Bd. 3, S. 811–822)

Update der Normierung:

  • Darstellung der als Grundlage für die weitere Bearbeitung bereits zugeordneten normierten Personen- und Ortsnamensformen aus den Registerbänden der Edition (= sichtbarer Zwischenschritt)
  • Nachweis von Verklammerungen und gemeinsamen Bestandteilen für sämtliche Matrikeleinträge (vgl. „Verbundene Einträge“)

Update der DB-Funktionen und Homepage:

  • Filtermöglichkeit der Einträge nach zusätzlichen Informationen (Erweiterte Suche, Grundkategorien) sowie entsprechende differenzierte Darstellung in der Vollanzeige der Matrikeleinträge
  • seitengenaue Verlinkung der Digitalisate von Handschrift und Edition (zunächst bis 1560) für jeden Matrikeleintrag
  • Ergänzung der Homepage um eine Übersicht der unterstützenden Institutionen sowie Links zu verwandten Projekten und Forschungsrepositorien

Die Aufteilung in Vor-, Familien- und Nachnamen folgt zunächst dem Register der Edition. Bei den Familiennamen titulierter Adliger sind Herrschaftstitel und Ortsangaben zunächst noch getrennt erfasst, um für die systematische Bearbeitung eine alphabetische Ordnung der verschiedenen Bestandteile zu ermöglichen. Später werden diese für eine übersichtliche Darstellung der Einträge wieder zusammengeführt.

Spätere hinzugefügte Anmerkungen zu einzelnen Matrikeleinträgen werden größtenteils bereits angezeigt, sind aber noch nicht als solche markiert. Das nächste Update bringt hier eine entsprechende optische Unterscheidung.

Die Einteilung der Einträge bzw. Bestandteile von Einträgen in die bereits angezeigten Kategorien ist noch in Bearbeitung und wird erst zum Projektende abgeschlossen sein. Für die korrekte Interpretation einzelner Bestandteile werden erst die Ergebnisse der ausstehenden Auswertungen weiterer personenbezogener Quellen die nötigen Hinweise geben. Noch nicht abschließend zugeordnete Bestandteile sind in der Kategorie „Sonstiges“ zusammengefasst.

Eine Beschreibung der verschiedenen Kategorien sowie ein Glossar der dort erfassten Quellenbegriffe wird zeitnah ergänzt.

Projektziele

Das CIV-Projekt verfolgt im Kern zwei Ziele: Erstens die Überführung der knapp 64.000 Einträge in die Wittenberger Universitätsmatrikel im Untersuchungszeitraum (1502–1648). Zweitens die Ergänzung dieser Datensätze durch personenbezogene Daten aus weiteren seriellen Quellen der Wittenberger Universitätsgeschichte sowie einschlägigen Personennachschlagewerken. Bei den genannten seriellen Quellen handelt es sich um die

  • Dekanatsbücher der Philosophischen Fakultät (ca. 7.500 personenbezogene Einträge);
  • Dekanatsbücher der drei oberen Fakultäten (jeweils ca. 150 Einträge);
  • kürfürstlich-sächsische Stipendiatenmatrikel (ca. 2.500 Einträge);
  • Wittenberger Ordiniertenbücher (ca. 6.000 Einträge).

Hinzu kommen

  • Dissertationen (pro gradu);
  • Kasualschriften (Leichenpredigten, Stammbücher).

Bei der Überführung der Matrikeleinträge werden die personenbezogenen Daten vollständig erfasst. Die Daten werden dabei so angelegt, dass sie entsprechend ihrer Anordnung in der Quelle dargestellt werden können. Im Ergebnis entsteht nach dem Vorbild des Rostocker Matrikelportals eine digitale Edition der Wittenberger Universitätsmatrikel. Diese ermöglicht dem Nutzer, die erfassten Informationen sowohl über eine Volltextsuche (Einfache Suche) als auch über eine Suche in bestimmten Kategorien oder Zeiträumen (Erweiterte Suche) abzurufen oder sich intuitiv durch die erfassten Semester zu bewegen. Zusätzlich werden nach der Auswertung der genannten weiteren seriellen Quellen aufgrund des zweistufigen Verfahrens (Transkription, Identifikation) auch solche Personen in der Datenbank verzeichnet sein, welche (noch) nicht als immatrikulierte Personen identifiziert werden konnten. Diese werden durch eine übergreifende Suche über alle Einträge in die CIV-Datenbank auffindbar gemacht.

Zudem werden die Ergebnisse der angeschlossenen Forschungsprojekte zu den graduierten Absolventen der drei oberen Fakultäten in die CIV-Datenbank integriert. Es handelt sich dabei um das bereits abgeschlossene DFG-Projekt zu den Wittenberger Theologen, Theologiae Alumni Vitebergenses (TAV) unter der Leitung von Prof. Markus Wriedt (Goethe-Universität Frankfurt am Main). Sowie um die durch Prof. Dr. iur. Heiner Lück (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Prof. Dr. Dr. Michael Stolberg (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) ebenfalls bei der DFG beantragten Teilprojekte Jurisprudentiae Alumni Vitebergenses (JAV) und Medicinae Alumni Vitebergenses (MAV) zu den graduierten Absolventen der Juristischen und Medizinischen Fakultät.

Matrikeleinträge

Frühneuzeitliche Matrikeleinträge können mitunter recht unterschiedliche Informationen enthalten. In der Regel umfassen sie jedoch mindestens den Zeitpunkt der Immatrikulation, den oder die Vornamen, den Nachnamen sowie eine Herkunftsangabe, wobei diese Bestandteile bereits ein unterschiedliches Format aufweisen können (bspw. Abkürzungen, Genauigkeit, Ausführlichkeit). Bei rund einem Viertel der Einträge in die Wittenberger Universitätsmatrikel tritt mindestens eine weitere Information hinzu. Diese zusätzlichen Informationen beziehen sich etwa auf Umstände der Immatrikulation (bspw. Alter, Eidesleistung, Gebühren), die soziale Herkunft (bspw. Adel, Armut), akademische Graduierungen, kirchliche oder weltliche (darunter akademische) Ämter, Verwandtschaftsverhältnisse oder sonstige Beziehungen (bspw. Begleiter, Erzieher, Lehrer, Schüler, Diener) des Inskribierten. Teilweise handelt es sich auch um nachträgliche, dann meist biographische Ergänzungen (bspw. spätere Lebensstationen, Sterbedatum, disziplinarische Bemerkungen).

Da die Führung der Universitätsmatrikel zum Aufgabenbereich des Rektors zählte, sind die Immatrikulationen entsprechend der Zeitabschnitte zwischen den halbjährig (1. Mai/18. Oktober) stattfindenden Rektoratswahlen gegliedert.

Verfahrensweise

Das arbeitsintensive Vorhaben einer digitalen Edition der Wittenberger Universitätsmatrikel sowie der Auswertung weiterer serieller Quellen wird in einem stark arbeitsteiligen Verfahren realisiert. Hierdurch ist es möglich, eigens geschulte Studentische Hilfskräfte einzubinden, die unter Anleitung des Wissenschaftlichen Mitarbeiters und entsprechend ihres jeweiligen Kenntnisstands notwendige Dauerarbeiten übernehmen. Die Emendation und Interpretation der erfassten Einträge obliegt dem Wissenschaftlichen Mitarbeiter in Abstimmung mit dem Projektleiter, der für die wissenschaftliche Qualitätssicherung verantwortlich zeichnet.

Eine digitale (Neu-)Edition der Wittenberger Universitätsmatrikel muss notwendigerweise von den bestehenden älteren Editionen von Karl Eduard Förstemann (u. a.) und Bernhard Weissenborn ausgehen. Dabei wird der Matrikeltext anhand eines Abgleiches mit der im Rahmen des Projekts neu digitalisierten Handschrift sowie in Umsetzung einheitlicher Editionsrichtlinien neu gefasst.

Überführung der Matrikeleinträge (Stud. Hilfskräfte)

  • Zuordnung von CIV-ID (Semester u. Stelle des Eintrags im Semester), üblicher Zitation gemäß den älteren Editionen (Band-, Stellenangaben) sowie Ort in der Handschrift (Band, Blatt)
  • Erfassung des Immatrikulationsdatums (tagesgenau bzw. möglichst genauer Zeitraum) im Format TT:MM:JJJJ (keine Darstellung der Transkription)
  • Wort- und buchstabengetreue Übertragung von Edition und Handschrift (dabei jeweils Einteilung in Grundeintrag, Klammerzuweisungen, Anmerkungen)
  • Abgleichung von Edition und Handschrift unter Markierung sämtlicher Abweichungen sowie bestimmter Textmerkmale (Markierungen, Streichung, Unleserlichkeit, Abkürzungen)
  • zusätzliche Erfassung der Grundbestandteile in Einzelfelder (Vornamen, Nachnamen, Ortsangaben) entsprechend der Reihenfolge der Bestandteile innerhalb eines Matrikeleintrags
  • Markierung von Einträgen mit fehlenden Grundbestandteilen (Datum, Vor-, Nachname, Herkunft) oder Zusatzinformationen
  • Kommentierung sämtlicher Auffälligkeiten oder Unklarheiten für jeden Matrikeleintrag im dafür vorgesehenen Kommentarfeld

[Stand: abgeschlossen]

Normierung

  • Zuordnung normierter Personen- und Ortsnamensformen entsprechend der Registerbände der älteren Editionen durch Stud. Hilfskräfte (buchstabengetreue Transkription)
    [Stand: Abschluss vsl. 12/2019]
  • Überarbeitung der Klassifikation der Bestandteile als Personen- und Ortsnamen für Einträge, bei denen die bestehende nicht dem Register entspricht durch Wiss. Mitarbeiter
    [Stand: Abschluss vsl. 12/2019]
  • Ergänzung modernisierter Schreibweise der normierten Vornamen sowie Übersetzung lateinischer Nachnamen (v. a. Berufsbezeichnungen) durch Wiss. Mitarbeiter
    [Stand: abgeschlossen]
  • Überarbeitung der zugeordneten normierten Ortsnamensformen (Ermittlung heutiger Namen, Zuordnung von historischer Bezeichnung sowie Kurzform) durch Wiss. Mitarbeiter
    [Stand: Abschluss vsl. bis 12/2019]
  • Zusammenführung der Familiennamensformen aus den beiden Registerbänden (Stammform für Nutzer sichtbar, Varianten hinterlegt und durch Suchfunktion abgedeckt) durch Wiss. Mitarbeiter
    [Stand: ausstehend]
  • Zuordnung von Geokoordinaten für sämtliche identifizierten Herkunftsorte sowie weitere Orte (Familiennamen, Graduierungsorte, Dienstorte usw.) durch Wiss. Mitarbeiter
    [Stand: ausstehend]

Interpretation (Wiss. Mitarbeiter)

  • Erfassung der bei etwa einem Viertel der Matrikeleinträge enthaltenen Zusatzinformationen in Grundkategorien (Graduierung, Amt, Ordensgeistlicher usw.)
    [Stand: Nachbearbeitung bis zum Projektabschluss]
  • Erfassung sämtlicher Zusatzinformationen in Unterkategorien; Markierung durch Tags (Kürzel) um differenziertere Suche zu ermöglichen (einzelne Grade, Ämter, Ordenskongregationen)
    [Stand: Nachbearbeitung läuft]
  • Erarbeitung eines Glossars für sämtliche in der Matrikel vorkommende Begriffe inklusive Abkürzungen
    [Stand: erste Version vsl. bis 08/2019]
  • Klärung fraglicher Zugehörigkeit von Datumsangaben aufgrund wechselnder Modi der Datumsverzeichnung (Format, Platzierung, Genauigkeit) in der Matrikel
    [Stand: Abschluss vsl. bis 12/2019]
  • Markierung von Beziehungen zwischen erfassten Personen anhand von in der Matrikel gemachten Angaben sowie der Ergebnisse der Auswertung o. g. Quellen und Nachschlagewerke
    [Stand: Abschluss zum Projektende]

Emendation

  • Ausführliche Nachkontrollen und regelmäßiges, zeitnahes Feedback sowie ggf. Nachschulungen während der Überführungsarbeiten durch den Wiss. Mitarbeiter
    [Stand: abgeschlossen]
  • Vollständige Nachkontrollen der Transkription für bereits überführte Semester noch während der laufenden Erfassung durch routinierte Stud. Hilfskräfte
    [Stand: 2. umfassender Kontrolldurchgang vor kurz Abschluss]
  • Vollständige systematische Nachkontrollen bestimmter Daten (Datums-, Band-, Stellenangaben, Verklammerungen usw.) durch den Wiss. Mitarbeiter
    [Stand: abgeschlossen, Ausnahme: Datumsangaben, Abschluss vsl. 12/2019]
  • Überprüfung sämtlicher festgestellter Abweichungen (ca. 1.500) zwischen der Handschrift und dem Editionstext und ggf. deren Übernahme (unter Kenntlichmachung) durch Wiss. Mitarbeiter
    [Stand: Abschluss vsl. bis 12/2019]
  • Umsetzung einheitlicher Editionsrichtlinien (Text der Handschrift in den drei Textbänden der Edition im Untersuchungszeitraum uneinheitlich erfasst) durch Wiss. Mitarbeiter
    [Stand: Abschluss vsl. bis 12/2019]
  • Abschließender vollständiger Abgleich der Transkription mit Handschriften aus Universitätsmatrikeln und weiteren Quellen
    [Stand: Abschluss zum Projektende]

Mit der Fertigstellung der Zuordnung von normierten Personen- und Ortsnamen aus den Registerbänden der Edition sind die durch die Stud. Hilfskräfte im Zusammenhang mit der digitalen Edition zu leistenden Dauerarbeiten abgeschlossen. Die Interpretation und Emendation der erfassten Daten durch den Wiss. Mitarbeiter wird weiter fortgesetzt. Parallel erfassen die Stud. Hilfskräfte die personenbezogenen Daten aus den genannten zusätzlichen Quellen unter Anleitung des Wiss. Mitarbeiters.