Projektbeschreibung

Seit Jahresbeginn 2017 läuft das DFG-geförderte Projekt „Corpus Inscriptorum Vitebergense (CIV)“ zur Erfassung der immatrikulierten Personen an der Wittenberger Leucorea von 1502 bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges in einer relationalen Datenbank. Das Projekt ist am Fachbereich der Evangelischen Theologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main angesiedelt und wird von der Stiftung LEUCOREA unterstützt.

Die Erfassung der ca. 64.000 Einschreibungen in die Matrikel der Universität Wittenberg seit ihrer Eröffnung im Oktober 1502 bis zum Oktober 1648 erfolgte durch speziell geschulte studentische Hilfskräfte ortsunabhängig und mithilfe einer eigens entwickelten browserbasierten Eingabemaske. Aktuell (Stand: 10/2018) erfolgt die dritte Korrekturrunde. Sämtliche Einträge werden zudem durch den leitenden Projektmitarbeiter fortlaufend interpretiert und normiert.

Im weiteren Projektverlauf werden personenbezogene Daten aus weiteren Quellen zur Wittenberger Universitätsgeschichte (Fakultätsbücher, Stipendiatenverzeichnisse, Ordiniertenbücher usw.) sowie Personennachschlagewerken ergänzt. Zudem werden die einzelnen Einträge gegebenenfalls um Links zu weiteren Datenbanken (RAG, GND, Wikipedia) sowie ein Kartenansicht zur Darstellung von Herkunfts-, Dienst- oder Graduierungsorten ergänzt. Für die Erfassung und Präsentation der Daten dienten die Projekte Matrikelportal Rostock und Repertorium Academicum Germanicum (RAG) als Vorbild.

Das CIV-Projekt steht in enger Verbindung mit dem bereits abgeschlossenen und ebenfalls durch die DFG geförderten Projekt „Theologiae Alumni Vitebergenses (TAV)“, zur Erfassung der graduierten Absolventen der Theologischen Fakultät sowie zu den geplanten Projekten für die Juristische (JAV) und Medizinische (MAV) Fakultät.

Theologiae Alumni Vitebergenses (TAV)

Mit dem Forschungsprojekt „Theologiae Alumni Vitebergenses (TAV). Die graduierten Absolventen der Theologischen Fakultät und deren Beitrag zu Distribution und Diffusion der Wittenberger Theologie (1502 bis 1648)“ wurden erstmals Bio-Bibliogramme für sämtliche an der Wittenberger Theologischen Fakultät graduierten Absolventen und, davon ausgehend, prosopographisch-kollektivbiographische Profile erstellt. Zudem wurde, bezogen auf die praktische Tätigkeit ebendieser Absolventen als Kirchen- und Schulmänner, eine methodisch begründete Auswahl aus den nach dem Ende des Wittenberger Studiums entstandenen Werken auf konkrete Inhalte und Formen von Distributions- und Diffusionsprozessen einer spezifisch wittenbergischen Theologie in ihrer europaweiten Vermittlung analysiert.

Die Ergebnisse von TAV werden in einer späteren Projektphase mit den entsprechenden Einträgen in die CIV-Datenbank verknüpft.